Energieverbrauch in Deutschland steigt 2016 leicht an

Berlin, Münster – Der Energieverbrauch in Deutschland hat im Jahr 2016 leicht angezogen. Gründe sind eine etwas kühlere Witterung, die konjunkturelle und demographische Entwicklung sowie der Schalttag.

Während der Bedarf an Erdgas und Mineralöl gestiegen ist, ist der Verbrauch von Kernenergie, Stein- und Braunkohle 2016 in Deutschland weiter gesunken. Der Verbrauch erneuerbarer Energien hat 2016 im Vergleich zu 2015 um etwa drei Prozent zugelegt.

Energieeffizienz-Verbesserungen dämpfen Energieverbrauch

Nach den vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichten Daten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) lag der Energieverbrauch in Deutschland 2016 bei 13.383 Petajoule (PJ) (Stand Mai 2017). Gegenüber dem Vorjahr 2015 entspricht das einem leichten Zuwachs von 1 Prozent (2015: 13.258 PJ). Verbrauchssteigernd haben sich nach AGEB-Angaben 2016 die gegenüber 2015 vor allem im letzten Quartal kühlere Witterung, konjunkturelle und demographische Effekte sowie der Schalttag ausgewirkt. Verbesserungen bei der Energieeffizienz haben den Anstieg des Energieverbrauchs gedämpft.

Wärmebedarf und Kraftwerke stützen Erdgasverbrauch, Wachstum bei erneuerbaren schwächt sich ab

Bedingt durch einen erhöhten Wärmebedarf und einen höheren Einsatz von Erdgas in Kraftwerken ist der Erdgasverbrauch mit knapp 10 Prozent auf 3.022 PJ im Vergleich zu den übrigen Energieträgern am stärksten gestiegen. Zugelegt haben auch die Erneuerbaren Energien, deren Wachstum um rd. 3 Prozent auf 1.689 PJ im Vergleich zum Vorjahr allerdings an Dynamik verliert (+ 8,2 Prozent, 1.644 PJ). Vor allem durch den Mehrverbrauch von Diesel ist der Verbrauch von Mineralöl um etwa 1,5 Prozent auf 4.550 PJ gewachsen.

Stein-, Braunkohle und Kernenergie rückläufig

Der Verbrauch an Steinkohle sank 2016 um etwa 6 Prozent auf 1.630 PJ (2015: 1.729 PJ). Der Verbrauch an Braunkohle blieb 2016 gut 3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres und erreichte ein Niveau von 1.522 PJ (2015: 1.565 PJ). Bei der Kernenergie gab es ein Minus von rund 8 Prozent auf 923 PJ (2015: 1.001 PJ), was u.a. auf die Außerbetriebnahme des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld Mitte 2015 sowie einige Kraftwerksrevisionen zurückzuführen ist.

Weitere Infos zum Thema:

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs



Quelle: IWR Online, 28.06.2017